von Urs Widmer, Regie: Hans-Jürgen Herschel >>

Mitwirkende
Julia Jenkins   Julia Hüskes>>
Susanne Mertens   Silvia Gonsior>>
Volker Joon   Jochen Laugsch>>
Holger Thomsen   Reinhard Arnold>>
Hanspeter Müller   Günther Nofz>>
Heinrich E. Krause   Eckart Scholl>>
M. Neuenschwander   Patrick Papin>>
Söderberg   Christoph Heldmann>>
Charlotte Ahlenius   Monica Weyrauch>>
Bodo Ahrens   Bernd Siemann>>
 

Technik
Plakat und Programm   Michael Lauter>>
Technik/Musik   Johannes Reifig>>
Kostüme   Helene Henkel>>
Maske   Friederike Winkelmann>>
Bühnenbild   Lena Csercsevics>>
 

Top Dogs? - Was sind Top Dogs?
Underdogs, das hat man schon gehört,
aber Top Dogs ...

TOP DOGS war ein Projekt des Neumarkt Theaters Zürich. Ich schrieb den Text, Volker Hesse inszenierte, und wir trieben das Projekt von allem Anfang an gemeinsam voran.


TOP DOGS spricht von jenen Arbeitslosen – „Top dogs“ eben einst, nicht „Underdogs“ - , die vor ihrer Entlassung an den Schalthebeln der Macht gesessen haben. Von mittleren und höheren Kadern und, für einmal, nicht von denen, die das große und immer größer werdende Heer der Arbeitslosen bilden. Aber auch die „Helden“ unseres Stücks werden immer mehr. Sie, die bis vor kurzem noch unangreifbar schienen, werden nun plötzlich entlassen, weil Unternehmen restrukturiert, redimensioniert oder geschlossen werden.
Die Entlassungswelle hat die „Macher“ erreicht. Ganze Managementsebenen verschwinden von einem Tag auf den andern.

Auch höchste Führungspositionen großer Konzerne werden nicht geschont. Der Text ist das Echo vieler Gespräche, die wir mit Betroffenen und Beratern geführt haben. Ja, man kann sagen, dass diese an dem Stück mitgeschrieben haben, auch wenn kein Interview im Maßstab 1:1 im Stück auftaucht. Und dies nicht nur aus Gründen der Diskretion, sondern auch aus künstlerischen. (...)

Man weiß nicht, ob es angesichts eines andauernden, nicht zu behebenden und wachsenden Mangels an Arbeitsplätzen lächerlich ist oder eher grausig, jedem der nach Millionen zählenden Arbeitslosen eine „nachweisbare und ständige“ Suche vorzuschreiben (und zwar an jedem Werktag jeder Woche, in jedem Monat, Jahr für Jahr) – nach einer Arbeit, die es nicht gibt. Ihn zu verpflichten, tagelang, wochenlang, monatelang und manchmal über Jahre hinweg seine Zeit damit zu verbringen, sich täglich, jede Woche, jeden Monat und jedes Jahr vergeblich anzubieten – ein Unterfangen, das die Statistiken ihm bereits im Voraus als aussichtslos erklären. Sollte die Tatsache an jedem Werktag, jede Woche, jeden Monat und bisweilen über Jahre hinweg verdrängt zu werden, etwa eine Beschäftigung, ein Metier, einen Beruf darstellen? Sollte das etwa eine Stellung, ein Job oder womöglich eine Lehrstelle sein?
Ist das ein annehmbares Schicksal?