von Coline Serreau, Regie: Hans-Jürgen Herschel >>

Mitwirkende
Mutter Hase   Silvia Gonsior>>
Vater Hase   Rolf Memmel>>
Hase Hase   Reinhard Arnold>>
Bébert   Eckart Scholl>>
Jeannot   Ruben Bruder>>
Marie   Friederike Winkelmann>>
Lucie   Susanne Loreit>>
Gérard   Günther Nofz>>
Frau Duperri   Christine von Lips>>
Hervé Duperri   Christoph Ruppert>>
1. Polizist   Jochen Laugsch>>
2. Polizist   Eckard Schulz>>
Ministerpräsident   Franz Reitschuh>>
Missionarinnen   Lena Csercsevics>>
Missionarinnen   Ivana Jelisavac>>
Mann in Schwarz   Uli Schalck>>
Ansager   Franz Reitschuh>>
Soldaten   Jochen Laugsch>>
Soldaten   Eckard Schulz>>
Soldaten   Hans-Jürgen Herschel>>
 

Technik
Bühnenbild   Uli Schalck>>
Kostüme   Helene Henkel>>
Technik   Johannes Reifig>>
Regieassistenz   Ivana Jelisavac>>
Plakat und Programm   Michael Lauter>>
 

Turbulent geht’s zu in der temporeichen Komödie der Französin Coline Serreau. Fünf Kinder hat Familie Hase, Hase Hase, der jüngste Sohn, ist ein Außerirdischer - aber das weiß keiner. Die Familie schrammt immer knapp am Existenzminimum vorbei, kein Grund allerdings, nur Trübsal zu blasen.
Manchmal kommt der Gerichtsvollzieher, aber den lässt man nicht rein, manchmal kommt die Polizei, aber der macht man was vor, manchmal ist es zum Verzweifeln, aber dann wieder verdammt schön.
Ein modernes Stück über die Achterbahn des Lebens und den Triumph der Lebenslust.


Warum Hase Hase Hase Hase heißt?
Diese einfache Frage wird im Stück selbst beantwortet. Entweder wissen Sie es also schon, dann muss es nicht wiederholt werden, oder Sie werden es gleich erfahren, dann darf es der Spannung wegen nicht verraten werden. Im Übrigen handelt es sich um eine Frage von peripherer Relevanz, die zum Verständnis des Stücks nichts beiträgt.

Warum wir Hase Hase spielen?
Es ist ein temporeiches Stück, nicht gar zu alt (Uraufführung 1986, deutsche Uraufführung 1992), thematisch immer noch aktuell (oder gar noch aktueller) und es ist – obwohl es keine Lösung anbieten kann – geprägt von unerschütterlichem Optimismus. Was immer auch geschehen mag, Mama Hase wird’s schon richten.

Ob Hase Hase mit dem Terrorismus sympathisiert?
Na ja, einerseits versteht man, wie die Sehnsucht nach Gerechtigkeit und die erfahrene Ungerechtigkeit, gewürzt mit einem Schuss Verzweiflung und einer gehörigen Portion Widerstandskraft, den Weg ebnen können …Aber andererseits wird das glückliche Ende gerade nicht herbeigebombt.

Ist Hase Hase eine Komödie?
Coline Serreau nennt ihr Stück nicht so. Aber Hase Hase ist genau in dem Maße eine Komödie, wie auch das Leben eine Komödie ist.

Muss man an Außerirdische glauben, um Hase Hase zu verstehen?
Das Einzige, was an Außerirdischen interessant ist, ist ihr Blick auf uns. Würden sie uns bewundern oder verachten? Würden sie uns fürchten oder lieben? Würden sie uns nachahmen oder bemitleiden? Wäre ihr Gesamturteil: Trotz allem schön, dass es Menschen gibt ?

Sollten sich Ehepartner einander das Salz reichen?
Natürlich sollten sie das. Aber sie sollten sich nicht dazu auffordern.

Sind Männer das Problem der Welt und Frauen die Lösung?
Das Stück scheint eine gewisse Sympathie für diese These zu haben, vielleicht wirkte sie 1986 auch noch etwas frischer, unverbrauchter, überzeugender. Man könnte sich aber auch heute noch Gedanken darüber machen, aus welchen Erfahrungen solche Thesen erwachsen.

Warum Hase Hase nicht Hartz IV Hartz IV heißt?
Weil wir derart platte Wortspiele ablehnen. Unser Publikum ist zu intelligent für solche Gags.

Kennen Sie Alexis Sorbas?
In dem gleichnamigen Film (nach dem Roman von Nikos Kazantzakis) tanzt Alexis Sorbas (gespielt von Anthony Quinn), nachdem gerade seine mühsam aufgebaute Konstruktion in sich zusammengestürzt ist. In Hase Hase gibt es eine ganz ähnliche Stelle. Haben Sie auch schon einmal so getanzt?


Coline Serreau
Coline Serreau, geboren 1947, studierte Literatur, Musikwissenschaften und Orgelspiel am Conservatoire National de Supérieur in Paris und absolvierte daneben eine Schauspielausbildung.
Seit 1971 arbeitet sie ais Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin.
1984 erhielt ihr Film „Trois hommes et un couffin“ („Drei Männer und ein Baby“) bei der französischen Filmpreisverleihung drei Césars und wurde für den Oscar nominiert.
Ihr Theaterstück „Lapin Lapin“ („Hase Hase“) wurde 1986 in Paris uraufgeführt, wobei Coline Serreau die Rolle der Mama Hase übernahm. Die deutsche Uraufführung fand 1992 in Hamburg statt, ihr folgten zahlreiche weitere Inszenierungen.
Zuletzt erregte Coline Aufsehen mit ihrem Film „St. Jacques“, der auf poetisch-humorvolle Weise eine etwas ungewöhnliche Wallfahrt nach Santiago de Compostela schildert.